der Song „Schrei nach Liebe“ stammt aus der Feder der Punkrock-Band Die Ärzte. Er richtet sich mit klarer Botschaft gegen Neonazis und wurde erstmals 1993 als Single veröffentlicht. Die Person, an welche sich der Text richtet ist fiktiv, soll jedoch stellvertretend für die einzelnen Mitglieder der neuen rechten Bewegung stehen.

Fragt man auf der Straße nach, ist es klar der Refrain, der den Leuten im Sinn geblieben ist, genauer gesagt die letzte Zeile mit dem eingängigen Text „Oh oh oh – Arschloch“. Was also soll das für eine Botschaft sein? Sich gegen Radikalität einsetzen und dann einfach beschimpfen?

Der Refrain des Songs

beginnt mit der Zeile in der gewalttätiges Verhalten mit dem nicht hörbaren Schrei verglichen wird. Hier wird die Gewalt, die in der Beschimpfung „Arschloch“ steck, klar dem Gegenüber zugeschoben, dann steckt in dieser Zeile gleich auch noch der Titel des Songs. Und tatsächlich stellt sich die Frage, stammen Hass und Aggression von rechten Gruppierungen aus einem Mangel an positiven Emotionen, Mangel an Zuspruch und schlicht Liebe? Ich denke nicht, dass man es so platt zusammenfassen kann, dennoch scheinen die Ärzte mit diesem Song einen Nerv getroffen zu haben.

Weiter geht es mit einer sinnhaft ganz ähnlichen Formulierung, in der die Symbolik Springerstiefel mit dem geheimen Wunsch verwoben sind.Die Springerstiefel stehen wieder bildhaft für den fiktiven Anhänger der rechten Szene.

Die dritte Zeile geht wieder auf ein sprachliches Defizit ein und beinhaltet ebenfalls die Unterstellung, dass die Adressierte Person ein Defizit hat. Diese Zeile könnte eher kontrovers gesehen werden. Klar, unter einem klischeehaften, glatzköpfigen, gewaltbereiten Neonazi stellt man sich Baseballschlägerschwinger statt Redenschwinger vor. Aber dennoch wissen wir, dass rechtes Gedankengut in allen Schichten zu finden ist. Daher ist der politisch motivierte Song der Kultband hier vielleicht etwas zu flach.

Die letzte Zeile des Vierzeilers versucht die Ursache des emotionalen Defizits zu deklarieren, Eltern die keine Zeit hatte, traurige Kindheit …

Dem folgt schlussendlich das Ende allen Verständnisses: „Arschloch“!