Menschenansammlungen, Schweiß und Schmalz und eine gemeinsame Leidenschaft für eine Musikrichtung. Krach, Schmutz und stinkendes Camping gehören natürlich voll mit dazu. Was aber, wenn auf einem solchen Festival nicht die vermeintlichen Normalos aufeinander losgelassen und zusammengeballt werden, sondern knallharte, kunterbunte Punks?

Genau das passiert auf dem Force Attack, dem größten Punkfestival im deutschen Raum.

Das Force Attack 2012

Im Jahr 2012 musste das kultige Festival mit starkem Gegenwind kämpfen. Datum, Lokation, alles war organisiert und der Ticketverkauf im vollen Gang, als kurzerhand der Platz, besser gesagt die gemieteten Äcker, wieder entzogen wurden. Auch eine zweite Lokation wurde zunächst zugesagt, leider wurde auch diese Zusage nicht eingehalten. Der Versuch, das Festival zu einer Privatparty mit erwünschter Eintrittsspende umzuwandeln, wurde von der Stadt Stavenhagen torpediert und schließlich via Verfügung verboten.

Es gab viel Drama, viel Redebedarf und gipfelte in der Enthüllung, dass der Festivalveranstalter tatsächlich bankrott war. Schlussendlich musste ein neues Gremium den alten Veranstalter ablösen, damit ein Fortbestehen des größten deutschen Punkfestivals gewährleistet werden konnte.

Leider war das alles nicht von Erfolg gekrönt, und das Festival existiert heute nur noch in der Erinnerung einiger erwachsen gewordener Altpunker.

Die Hinterlassenschaften des Force Attack

Für mich bleiben Anekdoten, wie die von den mobilen Toiletten, wo sich einige echt harte Kerle die Mühe machten, sie mit einem Berg zu füllen. Sprich, es wurde gezielt für das große Geschäft nur eine Toilette verwendet. Die Jungs gingen dann in die Hocke, die Füße auf der Bank neben dem Loch, und so schafften sie es, dass ihr gigantischer Haufen über die nicht existente Plastik-Klobrille hinauswuchs. Schön war das sicher nicht, aber was sonst wäre Punk, wenn nicht der Versuch, einen Haufen Fäkalien als politisch motiviertes Motiv gegen das Establishment anzusehen, oder eben zumindest zu behaupten, dass man es tut.

Generell ist zu sagen, wie bei jedem Festival bleiben Müll, Dreck und aufgewühlte Böden zurück. Ob das Force Attack jetzt wirklich ein kulturelles Loch in der Gesellschaft hinterlassen hat? Vermutlich eher nicht.