Bereits in den Achtzigern betraten die toten Hosen die ersten Bühnen-Parketts. Damals waren die Männer noch Jungs und drückten zum Teil sogar noch die Schulbank. Ihre Instrumente erlernten sie autodidaktisch und siedelten sich selbst im Punkrock an.

Blicken wir nun, vom Jahre 2019 aus, weit zurück, bald vierzig Jahre in die Vergangenheit, dann sind die Jungs über ihr Männeralter hinaus gereift. Inzwischen sind sie also im knackigen Alter unserer Großväter und dennoch findet man sie immer noch auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

Musikalische Entwicklung der Hosen

Mit den Jungs reifte auch ihre Musik. Von der autodidaktischen Garagenmusik als engagierte Punkmusiker über die große Bühnenkarriere haben sie alles mitgenommen. Durch diverse Debüts in den Charts, weichere Riffs, gängigere Texte, die bei einem breiteren Publikum Anklang fanden, werden sie auch gerne im Rock- oder Popsektor eingeordnet.

Punk oder nicht, politisch engagiert sind sie immer noch. Auch wenn die Haare dünner werden, findet man sie bei Konzerten gegen Rechts, sie traten unter anderem unterstützend bei Lohmeyer, einem Künstlerehepaar in Jamel, auf und bezogen Stellung gegen den Rechtspopulismus. Dort spielten sie unter anderem den Song Sascha, der von einem rechtsgesinnten Arbeitslosen handelt.

Vielleicht ist ihre Musik gereift, aber die Botschaft für Weltoffenheit, gegen rechte Propaganda, gegen Rechtspopulismus ist geblieben. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, wenn die Musik und die Botschaft noch zeitgemäß sind, sind dann die Adressaten gealtert wie die Hosen? Oder sind auf beiden Seiten die neuen Generationen herangewachsen?

Alte Männer?

Es bleibt also die Frage, altern die Hosen mit Würde oder halten sie an ihrer einstigen Jugend künstlich fest? Oberflächlich sicher. So sieht man dünner werdende Haare, kein Wunder bei einem Lebensalter von an die Sechzig. Aber diese sind hochgegelt, im Igellook aufgestellt und gelblich blondiert. Wofür?

Die Frage, die am Ende bleibt lautet: Muss man jung sein, um Punkmusiker zu sein? Oder ist die Botschaft ohne jedes Alter und zeitlos?